Unterrichtsentwürfe und Unterrichtsmaterial für Biologie und Deutsch
Für diese Stunde benötigen Sie:
"Im Westen nichts Neues", Rede des Lehrers
Sichtbar
gemachte Parallelstrukturen:
(Einblende
ins Klassenzimmer, Lehrer, stehend) "... ich weiß genau, dass unser
herrlicher Kaiser auf euch und auf die gesamte Jugend unseres Landes rechnen
kann. Es sind vielleicht einige unter euch, die sich fragen: ‚Ja, warum
geht er nicht mit gutem Beispiel voran?‘ Glaubt mir, meine lieben Schüler,
wenn ich nicht zu alt wäre: Noch heute würde ich mit unserem
Feldgrau hinausziehen, um unser geliebtes Vaterland zu verteidigen!
Denn das, meine lieben Schüler, das fordert die
Pflicht von uns: zuschlagen mit all unserer Macht! Und dazu muss jeder
seinen Teil beitragen, damit wir siegen, bevor das Jahr zu Ende geht.
Ich
verspreche euch, ihr habt eine große Verpflichtung! Von euch
jungen Leuten hängt das Leben des Vaterlandes ab!
Ihr
seid die eiserne Jugend Deutschlands!
Ihr
seid die jungen Helden, die den Feind zurückschlagen werden, wenn
euch die Pflicht ruft.
Ich
kann natürlich nicht von euch erwarten, dass jetzt gleich einer vortritt,
um freiwillig sein Land zu verteidigen, aber vielleicht hat der eine oder
andere schon daran gedacht.
Ich
habe von einer Schule gehört, wo die ganze Klasse geschlossen aufgestanden
ist, um sich freiwillig zu melden.
Und ihr
würdet meinen berechtigten Stolz verstehen, wenn das in meiner Klasse
auch geschehen würde.
Vielleicht
würden manche von euch einwenden, dass ihr noch viel zu jung dazu
seid.
Vielleicht
denken viele von euch an ihr Zuhause, an ihre Mütter, die euch nicht
fortlassen wollen.
Sind
eure Väter so pflichtvergessen, dass sie ihr Vaterland lieber
opfern würden als euch?
Sind
eure Mütter so schwach, dass sie ihre Söhne nicht hinausschicken
wollen, um das Land zu verteidigen, in dem sie geboren wurden?
Und
ist denn schließlich etwas Schlimmes dabei, wenn junge Leute
ein wenig Erfahrungen sammeln? Denkt doch nur an die Ehre, die es bedeutet,
des Kaisers Rock tragen zu dürfen!
Und
ist es nicht schön, wenn ein junger, stolzer Krieger von den Töchtern
des Landes bewundert wird?
Ich weiß,
dass ihr nicht danach strebt, als Helden verehrt zu werden. Das habe ich
euch auch nie gelehrt. Wir müssen stets danach trachten, uns zu bewähren,
ohne nach dem Beifall zu schielen. Aber auf dem Schlachtfeld, in den vordersten
Reihen, zu kämpfen, das ist die wahre Mannestugend!
Bestimmt
wird der Krieg bald vorbei sein, und, ich glaube, ohne viel[e] Verluste.
Und wenn wirklich gewisse Verluste eintreten sollten, dann lasst uns des
lateinischen Spruches gedenken, den wohl so mancher römische Krieger
auf den Lippen trug, wenn er in fernen Landen auf dem Schlachtfelde stand:
... - Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben!
Einige
von euch haben vielleicht schon ein bestimmtes Ziel vor Augen. Ich kenne
einen jungen Mann, der alle Anlagen zu einem Dichter besitzt. Er hat bereits
den ersten Akt einer Tragödie geschrieben, die einem unserer größten
Meister Ehre gemacht hätte. Ich glaube, er träumt davon, einmal
in die Fußstapfen von Goethe und Schiller zu treten, und ich hoffe,
dass ihm das gelingt.
Aber
jetzt ruft euch unser Land! Das Vaterland braucht seine Söhne! Alle
persönlichen Wünsche haben jetzt keine Bedeutung mehr für
euch! Ihr müsst sie opfern auf dem Altar des Vaterlandes!
Man
kann sein Leben nicht ruhmreicher beginnen. Das Feld der Ehre ruft alle!
Warum
seid ihr noch hier?
Sie, zum
Beispiel [...], was hält Sie zurück?
Und Sie
[...], wissen Sie nicht , wie notwendig Sie gebraucht werden? Ah, ihr seht
auf den Mentor der Klasse! Sie sind der Wortführer hier, Paul Bäumer:
Haben
Sie schon für sich die Entscheidung getroffen?
[Bäumer
erhebt sich: "Ich gehe!"; Zustimmende Rufe der Mitschüler folgen;
Rufe aus der Klasse: "Auf nach Paris!"]
Macht
euch bereit!
Geht alle!
[Ruf:
"Schluss mit der Schule!"; ein unentschlossener Klassenkamerad wird schnell
überzeugt. Die Klasse singt "Die Wacht am Rhein" und verlässt
das Schulgebäude]