Die Wiedergabe eines
Textes mit eigenen Worten (Paraphrase) erfordert den Konjunktiv
I. Immer? Nicht immer, aber oft.
Es gibt Ausnahmen,
die auch Lehrern häufig nicht bekannt sind:
Beispiel:
| Richtig | Es heißt, Reinhard sei ein Casanova | Konjunktiv I |
| Auch richtig | Es heißt, Reinhard ist ein Casanova | Indikativ |
| Auch richtig | Es heißt, Reinhard wäre ein Casanova | Konjunktiv II |
| Richtig | Es heißt, Reinhard sei ein Casanova | Konjunktiv I | Keine Aussage über Wahrheitsgehalt |
| Auch richtig | Es heißt, Reinhard ist ein Casanova | Indikativ | Allgemein bekannt: Reinhard ist ein Casanova |
| Auch richtig | Es heißt, Reinhard wäre ein Casanova | Konjunktiv II | Es bestehen erhebliche Zweifel, dass er ein Casanova ist |
Falls Sie die Richtigkeit
des Beispiels bezweifeln, hier die Begründung der Duden-Redaktion:
"Laut Grundregel
steht die indirekte Rede in der Möglichkeitsform. Oft wird daneben
aber auch die Wirklichkeitsform gebraucht. Worauf ist zu achten? Durch
den Gebrauch der Wirklichkeitsform wird das Gesagte als richtig bestätigt.
Durch den Gebrauch der normalerweise in indirekter Rede üblichen Möglichkeitsform
I wird für die Richtigkeit des Gesagten keine Gewähr übernommen.
Durch den Gebrauch der Möglichkeitsform II kann Zweifel an der Richtigkeit
des Gesagten ausgedrückt werden."