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10. Klasse
Evolution
[dies ist der Schädel von ...]
Vergleichende Untersuchung fossiler
und rezenter Menschen bzw. Menschenaffenschädel (Kurzentwurf)
1 Unterrichtsgegenstand
1.1 Thema der Unterrichtsstunde
Vergleichende Untersuchung fossiler
und rezenter Menschen bzw. Menschenaffenschädel
1.2 Thema der Unterrichtsreihe
Evolution (z. Z. Evolution des
Menschen)
1.3 Thema des unmittelbar
vorangegangenen Unterrichts
Vergleich von rezenten Menschenaffen
und rezenten Menschen (typisch äffische und typisch menschliche Merkmale)
1.4 Thema der folgenden Stunden
Knochen, Ruhm und Dollars -
die Suche nach den Ahnen der Menschheit; Rekonstruktion des äußeren
Aussehens von Hominiden
2 Unterrichtsziele/Lernziele
2.1 Grobziel
Die
S. gewinnen einen Einblick in die stammesgeschichtliche Herkunft des Menschen.
2.2 Feinziele
Die S.
- können einzelnen Hominidenschädeln
typisch äffische oder typisch menschliche Merkmale zuordnen (FZ1).
- können erklären, dass
die Schädelmerkmale Auskunft darüber geben, wie weit sich die
Individuen der jeweiligen Art von einer affenähnlichen Stammart zu
einer menschenähnlicheren neuen Art entwickelt haben, indem sie die
Ergebnisse ihrer Untersuchung interpretieren und den Grad der Menschenähnlichkeit
auf einer Skala einschätzen und notieren (FZ2).
- bilden spielerisch eine Progressionsreihe
(FZ3).
- können begründen,
dass eine Progressionsreihe nicht darauf schließen lässt, welche
Art sich aus einer anderen entwickelt hat, sondern lediglich Hinweise auf
eine Entwicklungsrichtung hinsichtlich einer bestimmten Anpassung an die
Umwelt liefert, indem sie die vorliegende Progressionsreihe mit jener der
Vorderextremitäten (Modell) analogisieren (FZ4).
- üben sich im Kurzvortrag
(FZ5).
3 Skizze des geplanten Unterrichtsverlaufs
- Tabellarische Übersicht
Zeit / Unterrichtsphasen, geplantes Lehrerverhalten, antizipierte Schülerleistung,
Methoden und Medien
10:45 Problematisierung
L.: "Ich habe euch heute
einige Schädelmodelle mitgebracht. Diese Schädel sind unterschiedlich
alt und werden von Paläontologen als Schädel
menschlicher Vorfahren interpretiert. Vor welchem Problem steht man
als Forscher, wenn man einen solchen Schädel ausgegraben hat?"
L.: "Welche Annahme liegt
dieser Aussage zu Grunde?"
L. notiert Problemstellung
und Annahme an der Tafel.
S. nennen Bewertung von
Funden fossiler Hominidenschädel.
S.: "Mensch und Affe haben
gemeinsame Vorfahren, die noch affenähnliche Merkmale zeigen. Vermutlich
gibt es Übereinstimmungen in der Merkmalsausprägung."
UG, Schädel und Schädelmodelle,
Tafel
10:50 Erarbeitung
L.: "Auf diese Merkmale
hin werdet ihr die Schädel nun untersuchen."
L. teilt Schädelmodelle
aus, fordert zur genauen Untersuchung in GA auf.
L. fixiert Methode an der
Tafel.
S. betrachten Schädel
und notieren Merkmalsübereinstimmungen auf AB.
GA, Schädel und Schädelmodelle,
Tafel, AB
11:00 Auswertung/Diskussion
L. fordert zum Vorstellen
der Ergebnisse auf.
L. fixiert Ergebnisse auf
Sammel-OHF.
S. stellen Schädel
vor und interpretieren ihre Beobachtungen.
11:15 Problematisierung
L.: "Welches Problem zeichnet
sich ab?"
L.: Könnt ihr eine
Reihenfolge der Schädel bezüglich der Gesamtheit der beobachteten
Merkmale zwischen Mensch und Rhesusaffe nebeneinander legen?
L.: Könnt ihr auf Grund
der Ergebnisse einen Stammbaum konstruieren?
L.: "Welche zusätzlichen
Informationen werden mindestens benötigt?"
S. nennen Wertung der Ergebnisse
in Bezug auf Problemstellung.
S. bilden Progressionsreihe.
UG; Schädel- bzw. Schädelmodelle, OHF
S. verneinen, da nicht klar
ist, wer wessen Vorfahre ist. (Bei Bejahung Analogie zur Progressionsreihe
der Vorderextremitäten)
S. nennen Fundort und Alter
der Fossilien sowie ggf. Informationen über Werkzeuggebrauch.
UG, Schädel- bzw. Schädelmodelle,
Tafel
11:20 Ergebnissicherung
L.: Eine solche Reihenfolge
bezeichnet man als "Progressionsreihe" (Tafelanschrieb). "Sie darf nicht
dahingehend missverstanden werden, als seien die Vertreter einer solchen
Reihe auseinander hervorgegangen!"
S. zeichnen TB ab. (Bei
Zeitknappheit diktiert L.) Tafel
Ggf. Vertiefung/Diskussion
L.: "Was ist eigentlich
für euch ein Mensch? Ab welchem Grad der Entwicklung würdet ihr
sagen: ‚Das ist ein Mensch?‘"
S. diskutieren die Problematik
und nennen ggf. Sprache, Religion, Kunst o. Ä. als weitere wichtige
Merkmale des Menschseins. UG
4 Literaturliste
- SCHINKA, R.: Humanevolution: Was verraten Hominidenschädel über die Herkunft des Menschen? 31. Ergänzungslieferung RAABITs Biologie, Raabe-Schulbuchverlag (Februar 2002)
- BAYRHUBER, H., u. a.: Linder Biologie. Lehrbuch für die Oberstufe. 21Hannover 1998. S. 434 ff.
- ESCHENHAGEN, D., u. a.: Fachdidaktik Biologie. 3. Aufl., Köln 1996.
- HOFF, P., Miram, W.: Evolution. Hannover 1987, S. 112.
- MIRAM, W., Scharf, K.-H. (Hrsg.): Biologie heute S II. Hannover 1997, S. 432.
- WEHNER, R., Gehring, W.: Zoologie. 22Stuttgart, New York 1990, S. 587 ff.
- Ein äthiopischer Homo erectus Schädel gibt Einblick in die
Menschheitsgeschichte
[mehr hierzu]
5 Anhang - Entwurf
des Tafelbildes
Untersuchung von Schädeln
fossiler Hominiden
- Problem: Wie sind die Funde
im Hinblick auf einen vermuteten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Affe
zu bewerten?
- Annahme: Der gemeinsame Vorfahre
weist im Bau des Schädels zu gleichen Anteilen Affen- und Menschenmerkmale
auf
- Methode: Untersuchung fossiler
Hominidenschädel auf typisch menschliche und typisch äffische
Merkmale
- Ergebnis: Bei den untersuchten
Schädeln ist die Ausbildung von Affen- und Menschenmerkmalen unterschiedlich
weit fortgeschritten, es ergibt sich eine Progressionsreihe. Diese ist
nicht so zu verstehen, als seien die Vertreter auseinander hervorgegangen!
Für die Erstellung eines Stammbaums sind weitere Informationen notwendig
(u. a. Fundstelle, Alter, Hinweise auf Werkzeuggebrauch). Die Merkmale
der untersuchten Schädel liefern aber Informationen über die
Anpassungen des Hominiden an seine Umwelt und seine Lebensweise.
Die Geschenkidee: Antworten, bevor Schüler fragen!
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